+49 89 4411900   |   aus Freude am Support. — we love to support you — au plaisir de vous assister

Peltierelemente – auch thermoelektrische Module oder TEC (Thermoelectric Cooler) genannt – sind kompakte, elektrisch betriebene Wärmepumpen. Ein Peltierelement transportiert Wärme gezielt von einer Modulseite auf die andere und ermöglicht so ein exakt regelbares Kühlen und Heizen auf kleinstem Bauraum. Der besondere Vorteil: Durch einfaches Umpolen der Anschlüsse lässt sich mit ein und demselben Peltiermodul sowohl kühlen als auch heizen – und das ganz ohne bewegliche Teile, Kältemittel oder Betriebsgeräusche.

Als erfahrener Distributor unterstützt uwe electronic Sie von der Auslegung bis zur Serienlieferung – mit einem sehr breiten Programm an Peltierelementen für nahezu jede Applikation.

Wie funktioniert ein Peltierelement? – Der Peltiereffekt

Ein Peltierelement basiert auf dem Peltiereffekt, der physikalischen Umkehrung des Seebeck-Effekts. Der Peltiereffekt beschreibt, dass durch einen Stromfluss in einem Halbleiter Wärme transportiert werden kann. Fließt Strom durch das thermoelektrische Modul, entsteht zwischen der Kaltseite und der Warmseite eine Temperaturdifferenz: Die eine Seite kühlt ab, während die aufgenommene sowie die elektrisch zugeführte Energie auf der anderen Seite als Wärme abgegeben und über einen Kühlkörper abgeführt werden muss.

Ein Peltierelement wirkt damit wie eine rein elektronisch angesteuerte Wärmepumpe – schnell, präzise und stufenlos regelbar.

Typische Einsatzgebiete für Peltierelemente

Thermoelektrische Module kommen überall dort zum Einsatz, wo Temperaturen präzise, kompakt und wartungsarm geregelt werden müssen:

  • Medizintechnik
  • Lasertechnik
  • Labor- und Analysetechnik
  • Gasanalysetechnik
  • Kondensation von Stoffen aus Gasströmungen
  • Automobiltechnik
  • Militär- und Sicherheitstechnik
  • Telekommunikation und Optoelektronik

Die Vorteile von Peltierelementen auf einen Blick

  • Exakte Regelung über den elektrischen Strom
  • Kühlen und Heizen in einem Modul durch Umpolen der Anschlüsse
  • Vibrationsfreier Betrieb ganz ohne bewegliche Teile
  • Lange Lebensdauer des thermoelektrischen Effekts (> 20 Jahre)
  • Geringe Einbaumaße und niedriges Gewicht
  • Keine Kältemittel oder Flüssigkeiten wie bei klassischen Kälteaggregaten
  • Geräuschloser Betrieb

Peltierelemente von uwe electronic – das passende Modul für jede Anwendung

Im Bereich der Peltierelemente verfügt uwe electronic über ein sehr großes Programm, mit dem sich vielfältige Applikationen abdecken lassen – von der lagerhaltigen Standardlösung bis zum kundenspezifischen Sondermodul:

Ergänzend erhalten Sie passende Temperaturregler, Kühlkörper und thermische Interface-Materialien für ein abgestimmtes Gesamtsystem.

Häufige Fragen zu Peltierelementen (FAQ)

Was ist ein Peltierelement?
Ein Peltierelement ist ein thermoelektrisches Modul (TEC), das mithilfe des Peltiereffekts elektrische Energie nutzt, um Wärme von einer Seite auf die andere zu pumpen – und so gezielt kühlt oder heizt.

Kann ein Peltierelement heizen und kühlen?
Ja. Durch Umpolen der Stromrichtung wechselt das Peltiermodul zwischen Kühl- und Heizbetrieb, ohne dass zusätzliche Komponenten nötig sind.

Welche Temperaturdifferenz erreicht ein Peltierelement?
Standardmodule erreichen unter Vakuum bei 27 °C Umgebungstemperatur eine maximale Temperaturdifferenz von rund 70 K. Mehrstufige Kaskaden erreichen bis zu ca. 120 K.

Wie lange hält ein Peltierelement?
Bei korrekter Auslegung und guter Wärmeabfuhr auf der Warmseite ist der thermoelektrische Effekt über 20 Jahre stabil.

Die 30 goldenen Regeln der Peltiertechnologie

Diese Praxisregeln helfen Ihnen, Kühlleistung, Effizienz und Lebensdauer Ihres Peltierelements optimal auszulegen:

  1. Die Anzahl der Halbleiterpaare und die Packungsdichte im Peltierelement bestimmen die Baugröße des Moduls.
  2. Über jedem Halbleiterpaar fallen ca. 0,12 V ab. Eine hohe Anzahl an Halbleiterpaaren ergibt daher eine höhere Versorgungsspannung und senkt den benötigten Strom.
  3. Hohe Ströme verkürzen die Lebensdauer, da sie Mikrorisse im Halbleitermaterial mit der Zeit vergrößern.
  4. Hohe Ströme erhöhen die thermische Eigenerwärmung (Joule’sche Wärme) und senken damit die Effizienz.
  5. Das Verhältnis von Kühlleistung zu eingesetztem Strom nähert sich exponentiell dem Maximalwert an. Für die letzten rund 30 % der maximalen Kühlleistung wird daher unverhältnismäßig viel elektrische Energie benötigt.
  6. Die Wärmeabgabe auf der Warmseite ist die Summe aus Kühlleistung und eingesetzter elektrischer Leistung.
  7. Die Effizienz (COP) eines Peltierelements ist das Verhältnis von Wärmepumpleistung zu eingesetzter elektrischer Energie.
  8. Besonders hohe Effizienz erreichen Sie im Betrieb unterhalb von ca. 50 % des maximalen Strom- bzw. Spannungswerts.
  9. Die maximale Kühlleistung Qc wird bei einer Temperaturdifferenz von 0 K, maximalem Strom/Spannung und 300 K (27 °C) Umgebungstemperatur angegeben. Die reale Kühlleistung ist geringer und lässt sich über ein Leistungsdiagramm abschätzen.
  10. Standardmodule erreichen unter Vakuum bei 300 K (27 °C) eine maximale Temperaturdifferenz von ca. 70 K.
  11. Hochwertige Module erreichen über 72 K, während Low-Cost-Module oft nur knapp über 60 K erreichen.
  12. Sondermodule wie mehrstufige Kaskaden erzeugen bis zu 120 K Temperaturdifferenz – bei geringerer Wärmepumpleistung und höherem Preis.
  13. Eine gute Wärmeabgabe auf der Warmseite verbessert Kühlleistung, Effizienz und maximales ΔT.
  14. Die Wärmeabgabe an die Umgebung hängt vom Kühlkörper ab: Mehr Wirkfläche (Größe und Anzahl der Finnen) verringert den thermischen Widerstand.
  15. Große Lüfter mit hohem Luftdurchsatz senken den thermischen Widerstand des Kühlkörpers.
  16. Frontales Anblasen des Kühlkörpers ist am effektivsten, da die größte Wärme am Boden des Kühlkörpers anliegt.
  17. Flüssigkeitskühlkörper bieten meist bessere thermische Eigenschaften, sind aber deutlich kostenintensiver.
  18. Zwischen Peltierelement und Wärmesenke (Kühlkörper) sollte ein gutes thermisches Interface- Material (Wärmeleitpad, -folie, -paste oder -kleber) den Übergangswiderstand geringhalten.
  19. Eine dünne Schicht Wärmeleitpaste erzielt einen sehr guten Wärmeübergang, da sie sich mikroskopischen Unebenheiten und Riefen optimal anpasst.
  20. PCM (Phase Change Materials) haben einen besonders hohen Füllfaktor, benetzen die Oberfläche noch besser als normale Wärmeleitpaste und trocknen nicht aus.
  21. Hoher Anpressdruck verbessert den Übergangswiderstand ebenfalls – bei der Montage jedoch unbedingt Scherkräfte am Peltierelement vermeiden.
  22. Je nach Peltiermodul sollte der Flächendruck zwischen 3 und 8 kg/cm2 liegen.
  23. Nur kleine Module bis max. 12 × 12 mm lassen sich optional metallisieren und im Fertigungsprozess direkt auf den Kühlkörper löten.
  24. Die kurzfristige Einsatztemperatur sollte stets 20–30 °C unter der Schmelztemperatur des Lots (139 °C, 183 °C bzw. 232 °C) liegen.
  25. Ein Dauerbetrieb über 120 °C führt zur Diffusion von Kupfer in das Halbleitermaterial und damit zu Leistungsverlust (Alterung).
  26. Versiegeln Sie Peltierelemente nur bei Bedarf zum Kondensationsschutz, da durch Wärmerückkopplung ca. 4 % Leistungsverlust entsteht.
  27. Eine Silikonversiegelung eignet sich, wenn sich das Modul flexibel an häufige Temperaturwechsel anpassen muss.
  28. Eine Epoxidversiegelung gast nicht aus, ist aber spröder und für Temperaturen > 80 °C sowie häufige Temperaturwechsel ungeeignet.
  29. Häufige, große Temperaturwechsel erzeugen Thermospannungen (durch unterschiedliche Längenausdehnung der Materialien) und verkürzen die Lebensdauer.
  30. Eine analoge Regelung sowie kurzes Pulsen belasten Peltierelemente mechanisch deutlich weniger als eine einfache Zwei-Punkt-Regelung.

Beratung und Auslegung

peltierelemente nomenklatur

Peltierelemente Nomenklatur

Sie sind unsicher, welches Peltierelement zu Ihrer Anwendung passt? Unser Team unterstützt Sie bei der thermischen Auslegung und der Auswahl des optimalen thermoelektrischen Moduls. Kontaktieren Sie uns – aus Freude am Support.

UWE LOGO jpgBeratung?
Kontaktieren
Sie uns.